
Thorsten Schwab
Legelshurster Straße 31
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Das
deutsche Wort „ Likör “ kommt aus dem Französischen („liqueur“) bzw.
aus dem Lateinischen („liquor“ ). In beiden Sprachen bezeichnet es
eine Flüssigkeit.
Das Verfahren zur Destillation von Alkohol
kam im 13. Jahrhundert mit den heimkehrenden Kreuzfahrern nach
Europa und verbreitete sich schnell. Schon bald stellten vor allem
Klöster allerlei Liköre aus Branntwein (also mit aus Wein
destilliertem Alkohol), Kräutern und Honig her. Dieser wurde unter
anderem dazu gebraucht, den Kranken zu verabreichen, um deren
Schmerzen und Beschwerden zu lindern.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts erhielten dann auch die Apotheker, die
Erlaubnis Likör herzustellen. Da ihnen dieses Privileg zu Reichtum
verhalf, sorgten sie dafür, dass Liköre auch in den nächsten
zweihundert Jahren Arzneimittel blieben. Erst im Laufe des 16.
Jahrhunderts vollzog sich dann allmählich die Wandlung des
aromatisierten Branntweins zum Genussmittel.
Ab Ende des 15. Jahrhunderts entwickelte sich die Produktion weiter,
denn nun hatten erste findige Bauern herausgefunden, dass sich auch
Getreide und Kartoffeln als Grundstoff zur Erzeugung von
Alkoholdestillaten eignen. In den folgenden zweihundert Jahren
entstand praktisch auf jedem Gutshof auch eine eigene Brennerei. Zu
Beginn wurde der so erzeugte Schnaps oder Likör jedoch weiterhin in
erster Linie als Heilmittel eingesetzt.
Erst als Zucker Anfang des 18. Jahrhunderts zur allgemeinen
Verfügung stand, war der Siegeszug des Likörs praktisch nicht mehr
aufzuhalten. Nun war der Genuss von Likören nicht mehr nur auf die
wohlhabenden Schichten der Bevölkerung begrenzt. Mitte des 18
Jahrhunderts zählte der Likör bereits zur bürgerlichen
Konsumgewohnheit. Heute werden aus fast allen bekannten Früchten und
Kräutern Liköre hergestellt, und neben Weinbränden gelten Liköre
mittlerweile als die zweitbeliebtesten Spirituosen der Deutschen.
Allein im Jahre 2005 verkauften die Hersteller nicht weniger als 140
Millionen Liter Likör in Deutschland. Den größten Anteil mit fast
der Hälfte machten dabei übrigens Kräuterliköre aus. Während bei den
industriell erzeugten Likören allerdings eher ein rückläufiger Trend
erkennbar ist, verzeichnen die Kleinerzeuger ein wachsendes
Interesse der Verbraucher an individuell hergestellten Likören.