Thorsten Schwab
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Likörgeschichte

Das deutsche Wort „ Likör “ kommt aus dem Französischen („liqueur“) bzw. aus dem Lateinischen („liquor“ ). In beiden Sprachen bezeichnet es eine Flüssigkeit.

Das Verfahren zur Destillation von Alkohol kam im 13. Jahrhundert mit den heimkehrenden Kreuzfahrern nach Europa und verbreitete sich schnell. Schon bald stellten vor allem Klöster allerlei Liköre aus Branntwein (also mit aus Wein destilliertem Alkohol), Kräutern und Honig her. Dieser wurde unter anderem dazu gebraucht, den Kranken zu verabreichen, um deren Schmerzen und Beschwerden zu lindern.

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts erhielten dann auch die Apotheker, die Erlaubnis Likör herzustellen. Da ihnen dieses Privileg zu Reichtum verhalf, sorgten sie dafür, dass Liköre auch in den nächsten zweihundert Jahren Arzneimittel blieben. Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts vollzog sich dann allmählich die Wandlung des aromatisierten Branntweins zum Genussmittel.

Ab Ende des 15. Jahrhunderts entwickelte sich die Produktion weiter, denn nun hatten erste findige Bauern herausgefunden, dass sich auch Getreide und Kartoffeln als Grundstoff zur Erzeugung von Alkoholdestillaten eignen. In den folgenden zweihundert Jahren entstand praktisch auf jedem Gutshof auch eine eigene Brennerei. Zu Beginn wurde der so erzeugte Schnaps oder Likör jedoch weiterhin in erster Linie als Heilmittel eingesetzt.

Erst als Zucker Anfang des 18. Jahrhunderts zur allgemeinen Verfügung stand, war der Siegeszug des Likörs praktisch nicht mehr aufzuhalten. Nun war der Genuss von Likören nicht mehr nur auf die wohlhabenden Schichten der Bevölkerung begrenzt. Mitte des 18 Jahrhunderts zählte der Likör bereits zur bürgerlichen Konsumgewohnheit. Heute werden aus fast allen bekannten Früchten und Kräutern Liköre hergestellt, und neben Weinbränden gelten Liköre mittlerweile als die zweitbeliebtesten Spirituosen der Deutschen. Allein im Jahre 2005 verkauften die Hersteller nicht weniger als 140 Millionen Liter Likör in Deutschland. Den größten Anteil mit fast der Hälfte machten dabei übrigens Kräuterliköre aus. Während bei den industriell erzeugten Likören allerdings eher ein rückläufiger Trend erkennbar ist, verzeichnen die Kleinerzeuger ein wachsendes Interesse der Verbraucher an individuell hergestellten Likören.